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Wird in Kürze bekannt gegeben.

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Sonntagskonzert 1. Mai 2016
Musikalität und Technik im Einklang

Nach Proben mit den Professoren Nora Chastain und Friedemann Rieger stellten 17 Meisterschüler in einem beeindruckenden Konzert ihr Programm vor.

Seit Jahren unterrichten die beiden Professoren Nora Chastain (Violine) und Friedemann Rieger (Klavier), die sonst in Stuttgart, Zürich und Berlin lehren, Meisterschüler auf Schloss Filseck und zeigen so, dass man sich um den Nachwuchs keine Sorgen machen muss. Die Meisterschüler bringen ihre Musikstücke schon bearbeitet mit, die Professoren legen den letzten Schliff an. So geschah es auch beim jüngsten Meisterkurs. Der Vorsitzende des Vereins Musik auf Schloss Filseck, Johann Heinrich Pfeifer, betonte bei seiner Begrüßung, dass der Verein stolz auf die Meisterkurse sei, und dankte den Veranstaltern und den Gasteltern für die Unterbringung und Verpflegung der Schüler.

Das Programm begann im Barock und endete bei zeitgenössischen Komponisten. Den Reigen führte Johann Sebastian Bach an mit der Toccata aus der Partitia für Klavier e-Moll. Zwei Sätze aus dem Violinkonzert Nr. 1 in D-Dur von Sergei Prokofjew schlossen sich an, dann ging es mit Beethoven und Mozart zurück in die Klassik, der drei Stücke moderner Komponisten, wie Fritz Kreisler, Fréderic Mompou und Camille Saint-Saens, folgten.

Alle Musikstücke wurden professionell und abwechslungsreich, jedoch auch mit der gebotenen Musikalität gestaltet. Es herrschte zum Teil atemlose Stille, die immer wieder in herzlichen Beifall mündete. Die Geiger wurden in bewährter Weise von Pianist Wolfgang Kühnl begleitet, der bei den Meisterkursen ein verlässliches Element darstellt. Gekonnt und scheinbar mühelos schaltete er von einer Epoche, von einem Stil zum anderen um und bot den Ausführenden eine sichere Grundlage.

Nach der Pause wurden Mozart und erneut Beethoven aufgeführt. Am beeindruckendsten aber waren wieder die Darbietungen der modernen Komponisten, wie ein Satz aus dem Violinkonzert Nr. 1 a-Moll von Dmitri Schostakowitsch, bei dem der Geiger bewegend und in rasanten Tempi Technik und Musikalität in Einklang brachte. Aufwühlende, einfühlsam gespielte Stücke wechselten sich mit langsameren, dynamisch ausgereiften ab. Einen zusätzlichen Farbtupfer lieferte das Klavier-Klarinette-Duo, das ein Allegretto aus der Klaviersonate von Francis Poulenc darbot.

Die Meisterschüler zeigten sich nochmal gemeinsam dem Publikum, das die Musiker feierte.

Text: Lilli Ell, SWP vom 09.05.2016

 

Sonntagskonzert 15. Januar 2017
Abend der ganz großen Gefühle

„Große Gefühle“ standen im Mittelpunkt des ersten Sonntagskonzerts von Musik auf Schloss Filseck im Leutrumsaal. Gundula Peyerl erwies sich hierbei nicht nur als großartige Sängerin, sondern auch als launige Moderatorin, die mit Geschichten über die Musikstücke und die Komponisten aufwartete.

Die Reise begann in der Renaissance mit drei Liedern von John Dowland. Zunächst verhaltene, bittersüße Lieder ließen ahnen, was sich später als große Gefühle in den Opern Bahn brach. Mit Georg Friedrich Händel betrat ein Komponist die Bühne, der schon zu seiner Zeit ein Künstlerunternehmen schuf. Seine Opern „Xerxes“, „Rinaldo“ oder auch „Alcina“ sind ein Beweis für sein Ansehen, und sein berühmtes „Halleluja“ wird bis in die heutige Zeit in alle Musikstile übertragen und aufgeführt. Händels „Airs“ wurden immer in den Pausen gespielt, und dieser Tradition folgte auch Gerald Buß, der aus der Klaviersuite Nr. 3 d-Moll das Air spielte mit feinen Nuancen und leichtfüßiger Spielart; die einfache Begleitung der linken Hand stellte die Melodieführung dadurch um so präziser heraus, perfekt als Zwischenspiel ins Programm geworfen.

Besonders die Opernarien waren feinfühlig interpretiert, einmal furios verzweifelt, dann wieder zart transparent, die ganze Palette der großen Gefühle besingend. Mit Edvard Grieg und Samuel Barber ging die Reise in die Romantik, die die Grenzen eher aufheben wollte mit einer Vorliebe für das Wunderbare und Fantastische. In diesen Liedern steht nicht nur der Mensch im Mittelpunkt, da spielt auch die Natur ihre Rolle.

Gundula Peyerl gab den Bildern und Emotionen feinfühligen Ausdruck, lebendig und traurig zugleich. Der Gesang der Nachtigall, die hellen Träume der Nacht versetzten die Zuhörer im Leutrumsaal in eine „strahlende Nacht voll sternengemachten Schatten“.

Nach der Pause gab es die Fortsetzung „des Musik gewordenen Lächelns eines Sommertraumes“. Von Georges Bizet und Jules Massenet, die immer wieder in Konkurrenz zueinander lagen, erklangen eher elegische und melancholische Töne. Noch einmal hatte Händel das Wort mit den ganz großen Gefühlen aus „Giulio Cesare“, mit dem vielleicht berühmtesten Liebespaar aller Zeiten: Cäsar und Kleopatra. Da ging es rasant und aufwühlend zur Sache, da konnte Gundula Peyerl alle stimmlichen Register ziehen, in schnellen präzisen Koloraturen sich aufschwingen, in Liebesdingen musikalisch schwelgen, mit kleinen Einwürfen die Musik szenisch gestalten und Gerald Buß zu herzerfrischender, spritziger Begleitung anstacheln; der Pianist trat hin und wieder solistisch in den Vordergrund, nahm sich aber gleich wieder zurück, um dem Gesang den nötigen Gestaltungsspielraum zu lassen.

Für den Schluss hatten sich die Künstler vier Shakespeare-Lieder von Erich Wolfgang Korngold ausgewählt. Mit dramatischem Gestus und einer leidenschaftlichen Mimik wurden diese Lieder der großen Gefühle Othellos und Desdemonas in Szene gesetzt.

Während der Vorträge hatte es Immer wieder Ahs und Ohs gegeben, der ganz große Beifall erklang am Schluss.

Text: Lilli Ell, SWP vom 20.01.2017

 

Sonntagskonzert 21. Februar 2016
Dramatik und Poesie

Klavierstücke und Lieder von Clara und Robert Schumann sowie Brahms in einer sich gegenseitig befruchtenden Interpretation mit Diana Haller, Elisabeth Föll und Christian Breternitz begeisterten die Hörer auf Filseck.

Da haben sich Gerald Buß und sein Team von "Musik auf Schloss Filseck" für ihre Reihe "Sonntagskonzerte" etwas besonders Schönes einfallen lassen. Aus dem Zusammenwirken von zwei musikalischen Profis und einem jungen Opernstar ergab sich ein kurzweiliger, höchst informativer und doch zu Herzen gehender Spätnachmittag zwischen Musik und Literatur im vollbesetzten Leutrumsaal von Schloss Filseck.

Die kroatische Mezzosopranistin Diana Haller, die seit 2010 an der Staatsoper Stuttgart engagiert ist und bei den Salzburger Festspielen 2014 zusammen mit Anna Netrebko und Plácido Domingo in Verdis Troubadour zu erleben war, zeigte, dass sie auch im Liedfach eine der ganz Großen ist. Das große Stimmmaterial durch eine brillante Technik gezügelt, mit einer hoch expressiven und lyrischen wandlungsfähigen Stimme, mit einer präzisen Aussprache - für Sänger keine Selbstverständlichkeit - und als Mezzo mit sämtlichen Farben und Schattierungen ausgestattet, sang Diana Haller Lieder von Clara und Robert Schumann.

"Wenn um den Hollunder", ein Lied von Johannes Brahms, das er dem Sohn Felix der Schumanns gewidmet hat, stand ebenfalls auf dem Programm wie die Polonaise C-Dur von Clara, die Romanze es-Moll sowie einige ihrer Transskriptionen von Liedern ihres Mannes Robert wie beispielsweise "Die Mondnacht" nach Eichendorff. Pianistin Elisabeth Föll gab nicht nur der Sängerin interpretatorische Impulse, sie interpretierte auch das Klavierwerk Clara Schumanns höchst einfühlsam.

Die Polonaise C-Dur - das Anfangsstück - habe Clara im Alter von neun Jahren komponiert und das Lied "Der Wanderer" im Alter von zwölf Jahren, erfuhr man vom Musikwissenschaftler Christian Breternitz, der zwischen den einzelnen Musikblöcken den Lebensweg des Ehepaars Schumann und ihre Beziehung zu Johannes Brahms in Zeitzeugnissen wie Briefen, Tagebüchern und Kommentaren von Zeitgenossen kurzweilig nachzeichnete.

Die Heine-Vertonung "Lehn´ deine Wang´ an meine Wang´" von Clara sei wahrscheinlich charakteristisch für die Beziehung zwischen ihr und Robert, sagte Breternitz, nachdem er die strenge und gefühllose Erziehung des Wunderkindes Clara durch ihren Vater Friedrich Wieck beschrieben hatte. Die Liebe zu Robert inklusive Loslösung vom Vater, Heirat und Ehe mit acht Kindern bis zur Umnachtung Roberts und seinem Tod waren ebenso Thema wie die bis heute ungeklärte Beziehung zu Brahms.

Der jeweils anschließende Liederreigen machte die Stimmungen und Gefühle in der romantisch-musikalischen Sprache hörbar. Das Lied "Am Strande" habe sie am liebsten gesungen", sagte Diana Haller, die sich von Brigitte Fassbaender kontrollieren lässt, im persönlichen Gespräch nach dem Konzert, weil in ihm alles vereint sei - nämlich bis auf den letzten Platz.

Text: Annerose Fischer-Bucher, SWP vom 23.02.2016


Foto: Staufenpress

 

Sonntagskonzert 4. Mai 2014
Konzentriert und spielfreudig

Nach spielintensiven Tagen verabschiedeten sich die Schüler des sechsten Meisterkurses am Sonntagabend im Leutrumsaal mit einem beeindruckenden Konzert von Schloss Filseck.

"Wir von Musik auf Schloss Filseck sind ein bisschen stolz, dass heute unsere gestellten Stühle nicht ausreichen", sagte Johann Pfeifer, der Vorsitzende des Vereins, freudestrahlend in seiner Begrüßung. Das Programm zeigte die Vielfalt und Bandbreite dessen, was die jungen Musiker bei ihren Professoren Nora Chastain, Violine, und Friedemann Rieger, Klavier, gelernt hatten. Die beiden sind selber solistisch und kammermusikalisch tätig sowie unterrichten in Zürich, Berlin und Stuttgart.

Der erste Konzertteil war dominiert von romantischen Komponisten, wie Schumann, Brahms und Debussy. Mit großer Konzentration, aber auch sichtlicher Spielfreude gingen die Musiker ans Werk. Ob solistisch oder im Zusammenspiel mit der Korrepetitorin Yukako Morikawa, in diesem Jahr neu im Team, die mit viel Feingefühl für alle Stile, Epochen und die verschiedensten Komponisten auf alle Besonderheiten einging und die Musiker einfühlsam und engagiert begleitete, war ein farbenfrohes Programm zusammengetragen worden, das die Talente der einzelnen Musiker unterstrich. Schon in diesem Programmteil war klar, dass die sehr jungen Musiker - zwei waren mit Mutter und Vater angereist, weil sie erst 14 und 17 waren - einerseits schon "alte Hasen" auf der Bühne waren, andererseits noch ihre Karriere vor sich haben. Vor der Pause gestaltete der 17-jährige Paolo Tagliamento einen ersten Höhepunkt mit "Introduction et Rondo capriccioso op. 28" von Camille Saint-Saens. Obwohl er bereits in 150 Konzerten in ganz Europa gespielt hat, trat er mit jugendlicher Frische und Natürlichkeit auf und eroberte so im Sturm die Herzen der Zuhörer, die sein glänzendes Violinspiel mit lang anhaltendem Beifall und Bravo-Rufen bedachten. Da war sogar der künstlerische Leiter von Musik auf Schloss Filseck, Gerald Buß, sprachlos über so viele Talente.

Nach der Pause war das Programm nicht weniger vielfältig und das Spiel ebenso versiert. Im letzten Drittel des Programmes folgten weitere außergewöhnliche Begabungen, die sich dem Publikum sehr professionell und musikalisch versiert präsentierten. Tamila Kharambura spielte die einzige Sonate für Violine und Klavier, die Richard Strauß geschrieben hat. Einzigartig ist die Farbenvielfalt dieses Werks, das einmal vom englischen Musikmäzen Cobbett "a riot of musical colour", einen Aufruhr der musikalischen Farben, genannt wurde. Und das klang in diesem Spiel auch an. Sophie Wang, auf dem Filseck keine Unbekannte mehr, brillierte mit der Carmen-Fantasie op. 25 von Pablo Sarasate. Da stimmte einfach alles, die rasanten, tänzerischen Melodien und temperamentvolles Spiel, sogar ihre Kleidung erinnerte an die spanische Folklore. Ein Feuerwerk der langen Bögen und inspirierender Zigeunermusik veranlasste das Publikum immer wieder zu Zwischenbeifall und Bravo-Rufen.

Der Abschluss des Konzertes war einem jungen Künstler aus der Region vorbehalten, Ead Anner Rückschloß spielte "Der Tanz in der Dorfschenke" aus dem Mephisto-Walzer Nr. 1 von Franz Liszt. Zuvor hatte seine Schwester Ada Aria Rückschloß ein Prelude von Claude Debussy überzeugend dargeboten. Herausragend die Technik von Ead Anner Rückschloß, wild und derb die Tempi, dann aber wieder sanft und lyrischen mit vielen Nuancen, feinen Abphrasierungen und kraftvollen Akzenten, ein weiterer fulminanter Höhepunkt dieses eindrucksvollen Programmes.

Foto: Giacinto Carlucci
Foto: Giacinto Carlucci

 
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