Sonntagskonzert 10. Dezember 2013
Das Leben Jesu als Tanz

Die Sopranistin Gundula Peyerl, begleitet von Gerald Buß am Klavier, präsentierten am Abend des 2. Advents weihnachtliche Weisen von heiter bis besinnlich im Leutrumsaal von Schloss Filseck.

Heiter, beschwingte Melodien wechselten sich bei dem Adventskonzert im Leutrumsaal von Schloss Filseck ab mit besinnlichen Liedern, die zum Innehalten und Nachdenken anregten, auch jubelnde Weihnachtsfreude mit Spielwitz und hörbarem Spaß am gemeinsamen Musizieren konnten die Zuhörer ausmachen.

Johann Pfeifer, der Vorsitzende des Vereins "Musik auf Schloss Filseck", freute sich über den großen Zuspruch bei den Besuchern, denn es mussten noch viele Stühle zusätzlich gestellt werden. Gundula Peyerl stellte sich nicht nur als Sängerin unter Beweis, sie führte auch humorvoll und mit Einfühlungsvermögen durch das Programm und las mal besinnliche Gedichte vor, die zum Nachdenken anregten, dann wieder die humorvolle Geschichte von der fast entfleuchten Weihnachtsgans von Franziska Domschläger; sie zeigte sich auch bezüglich der ausgewählten Komponisten überaus sachkundig.

Gerald Buß begleitete die ausgewählten Lieder mit viel Gespür für die unterschiedlichen Stile und Formen, tat sich auch als Solist souverän und versiert hervor und bewährte sich einmal mehr in schönem, geradlinigem Zusammenspiel, klärte, wenn es einmal zu pathetisch und opernhaft werden wollte, durch Rhythmus und Dynamik mit angemessener Führung.
Die adventlichen Weisen reichten von traditionellen Weihnachtsliedern, wie "Maria durch ein Dornwald ging" oder dem wunderschönen alten englischen Weihnachtslied "God rest you merry, gentlemen", das aus dem Mittelalter stammt, bis hin zu Liedern des zeitgenössischen Komponisten John Rutter, dessen rhythmisch und schwungvolle Lieder den Zuhörern zeigten, dass Weihnachten nicht nur etwas mit Besinnung zu tun hat. In "Tomorrow shall be my dancing day" wird das Leben Jesu als Tanz charakterisiert, und so überschäumend und jubelnd kam dieses Lied auch daher, dessen Titel sich später in "Lord of the Dance" wiederfindet. In diesem Zusammenhang standen auch die Lieder von Jules Massenet "Noel de fleurs" und "Noel des humbles", heitere Erzählungen von der Krippe, den Rosen und anderen Blumen.

Dazwischen erklangen auch schöne Wiegenlieder, wie das "Schlafende Jesuskind" von Hugo Wolf oder "Balulalow" von Benjamin Britten. Die Zuhörer spendeten begeisterten Beifall am Schluss, sodass die beiden Akteure noch ein Lied von John Rutter sowie das traditionelle "The first Noel" als Zugaben musizierten.





 

Sonntagskonzert 5. Mai 2013
Abschlusskonzert der Meisterkurse für Violine, Klavier und Klavierkammermusik

Wer dachte, das Wetter am Sonntag wäre zu schön, um in ein Konzert zu gehen, wurde eines Besseren belehrt. Eine Reihe Musikbegeisterter wusste, dass die Abschlusskonzerte der Absolventen der Meisterkurse von den Professoren Nora Chastain und Friedemann Rieger seit Jahren zu den kulturellen Höhepunkten auf Schloss Filseck gehören. So gab es auch in diesem Jahr viel Musik zum Genießen und nicht nur zum Bewundern von Technik und Musikalität, wie der musikalische Leiter des Veranstalters der Meisterkurse „Musik auf Schloss Filseck“, Kirchenmusikdirektor Gerald Buß, zu Beginn ausführte.

16 junge Musikstudenten aus aller Welt hatten eine breite Palette von Musikstücken von der Klassik über die Romantik bis in die Neuzeit mitgebracht. In den vorausgegangenen Unterrichtsstunden war daran gefeilt und mit großem Einsatz und sichtbarer Freude das Gelernte in den Proben umgesetzt worden. Daraus entstand ein beeindruckendes Abschlusskonzert, in dem die Musiker ihr Können vorstellten. Das Programm war so zusammengestellt, dass sich Musikstücke abwechselten, die ins Ohr gingen und das Herz berührten, wie der erste Satz von Mozarts Violinsonate B-Dur, der mit rasanten Tempi und mit viel Schwung von Annika Ramin-Wright vorgetragen wurde, mit Musikstücken, die eher mit dem Kopf gehört wurden. Ada Aria Rückschloß hatte den ersten Satz einer weiteren Mozartsonate ausgesucht und bestach durch ihre ausgefeilte Technik, genauso wie ihr Bruder Ead Anner, der ein Stück aus der Suite für Klavier von Bartók mit Verve und reifer Technik darbot. Lea Schwamm zeigte im Presto aus dem Stück Scherzo-Tarantelle g-Moll von Henryk Wieniawski, was auf der Geige technisch und musikalisch alles möglich ist, wenn man sie so gut beherrscht. Die Cadenza von Krzysztof Penderecki forderte Solist und auch das Publikum heraus. Das war schwere Kost für beide, die Konrad Elias - Trostmann mit Bravour auf der Geige darreichte. Haydn und Béla Bartók waren da eher Stücke zum Innehalten, sanft und klangvoll, dann aber wieder kraftvoll und tänzerisch, wobei Zuhörer und Akteure ganz in die Musik eintauchen konnten. Nach der Pause folgten weitere interessante Musikstücke für Violine und Klavier, die zuverlässig, rhythmisch und musikalisch mitgestaltend von Professor Wolfgang Kühnl begleitet wurden. Tschaikowsky, Schubert und César Franck verzauberten die Zuhörer, aber auch die Mitstudenten, die interessiert und begeistert die Leistungen verfolgten. Die Professoren begleiteten konzentriert und wohlwollend die Auftritte der Meisterkursschüler und beglückwünschten sie zu ihren herausragenden Leistungen. Herzlicher Beifall am Ende belohnte die Akteure und ihre Professoren. Ein herzliches Dankeschön ging auch an all die Helfer im Hintergrund, die die Meisterkurse Jahr für Jahr möglich machen.

 

Sonntagskonzert 17. Februar 2013
Getragen von innerer Spannung

Zum Campus-Konzert hatte der Verein "Musik auf Schloss Filseck" in den Leutrumsaal geladen. Für die jungen Talente, allesamt Studierende der Musikhochschule Zürich, gab es herzlichen Beifall.

Prof. Nora Chastain und Prof. Friedemann Rieger aus Zürich sind bei Musik auf Schloss Filseck keine Unbekannten. Auch diesmal hatten sie wieder zahlreiche hoffnungsvolle Talente von ihrer Hochschule mitgebracht.

Zu Beginn brachte Hiromi Ikei am Klavier die Französische Suite Nr. 2 c-Moll von Johann Sebastian Bach zu Gehör. Die Französischen Suiten sind eine Sammlung von traditionellen Tänzen. Hiromi Ikei gab den einzelnen Tänzen ihren ganz speziellen Charakter, gestaltete eine Allemande von mäßig schnellem Tempo mit zarten, sehr musikalischen Einsprengseln. Die Courante zeigte sich tänzerisch und sehr rhythmisch, während die Sarabande wiederum als Gegensatz dazu langsam, aber mit filigraner Linienführung daherkam. Die Gigue als Abschluss der Suite ist ein lebhafter, kraftvoller Tanz, dem keltischer Ursprung nachgesagt wird. Sie wurde einzeln oder gruppenweise in schnellen Schritten getanzt, unter "behändem Beineschlenkern, Hackenstampfen und Händeklatschen", was deutlich hörbar von der Künstlerin herausgearbeitet wurde. Ein schöner Auftakt des Abends.

Alfred Schnittkes Sonate Nr. 1 für Violine und Klavier erforderte von Nina Lutz und Hiromi Ikei hohes technisches und musikalisches Können, vom Zuhörer das Sich-Einlassen auf eine völlig konträre Musik zu den harmonischen Klängen eines Johann Sebastian Bachs. Schnittkes Werk, das deutlichen Einfluss von Dimitri Schostakowitsch zeigt, wurde im Westen bekannt durch emigrierte russische Künstler wie Gidon Kremer. Beeindruckend demonstrierten Nina Lutz und Hiromi Ikei, was man mit einem Instrument alles machen kann, da waren einmal sehr lyrisch, auch gezupfte Passagen, dann wieder kraftmeierisch komponierte Passagen.

Im Mittelpunkt des Konzertes nach der Pause stand Gabriel Faurés Klavierquartett Nr. 1 c-Moll, als Quartett für Streicher, umgesetzt mit Sabina Culti, Violine, Anton Vilkhov, Viola, Toru Yamamoto, Violoncello, und Hiromi Ikei, Klavier. Das Klavierquartett gehört zu Faurés frühen Werken, kennzeichnet aber schon seinen unverwechselbaren Stil. Es wird getragen von enormer innerer Spannung, da die Musiker permanent Gegensätze herausarbeiten müssen, was den Solisten in präziser, farbenreicher Weise gelang. Einerseits zupackend, gleichzeitig aber elegant und melancholisch, nie aber depressiv oder gar aggressiv. Es ist eine Musik, die reich an prägnanten melodischen Phrasen ist, die sich dem Zuhörer erschließen und sich auch einprägen. Alle Facetten, kantabel-elegante Melodien, rasch gebrochene Akkorde, das Cello mit tiefem Orgelpunkt als Begleitung sowie Akkordflächen der Violine und der Viola - ein aufwändig gestalteter Klangraum, dessen Spektrum die Solisten von pianissimo bis forte aufscheinen ließen.

Die einzelnen Stimmen bewahrten ihre Eigenart und schufen zugleich ein ausgewogenes Ganzes. Die jungen Musiker mussten sich schnell verabschieden, so gab es leider keine Zugabe, aber umso mehr herzlichen Beifall.

 

16. Dezember 2012
Herzerwärmendes zum Advent

So voll hat man den Leutrumsaal auf Schloss Filseck selten erlebt wie am vergangenen Sonntag, als der Verein Musik auf Schloss Filseck zum Adventskonzert mit Gundula Peyerl (Sopran) und Gerald Buß (Klavier) geladen hatte. Dermaßen zahlreich war das Publikum der Einladung gefolgt, dass die Plätze im dicht bestuhlten Leutrumsaal nicht ausreichten und man selbst noch das benachbarte Waggershauser Zimmer öffnete, um möglichst niemanden nach Hause schicken zu müssen.

Das Konzert war dem Andenken der 1988 verstorbenen Pianistin und Sängerin Anneliese Schmidt gewidmet, die am 15. Dezember ihren 100. Geburtstag gefeiert hätte. Sie war nicht nur die erste und langjährige Klavierlehrerin von Gerald Buß, sie war eine im ganzen Filstal geschätzte Musikpädagogin und prägende Persönlichkeit für das Kulturleben im Kreis Göppingen. Ihr schenkte Gerald Buß zu Beginn ein paar persönliche Worte der Erinnerung und Anerkennung.

Was dann folgte, war ein äußerst kurzweiliges, von Gundula Peyerl charmant moderiertes Programm mit Weihnachtsliedern, -gedichten und -geschichten aus aller Welt. Der musikalische Bogen war weit gespannt von alten englischen, irischen, französischen und venezolanischen Weihnachtsweisen bis hin zu weihnachtlichen Kunstliedern von Peter Cornelius, Max Reger, Edvard Grieg und Engelbert Humperdinck. Am Ende des Konzerts durften moderne Weihnachts-Klassiker wie Irving Berlins „White Christmas“ und John Rutters „Angel’s Carol“ nicht fehlen. Eine populäre Auswahl, die leicht hätte in Kitsch abrutschen können. Aber das wussten Gundula Peyerl und Gerald Buß als souveräne, geschmackssichere, dabei beherzte Interpreten mit jeder Note zu verhindern. Stattdessen bescherten sie den Zuhörern zwei heiter-besinnliche, herzerwärmende Stunden Advent, die das Warten aufs Christkind definitiv verkürzt haben!

 
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